10.01.2017 - Farc leitet Entwaffnung ein
Geschrieben von: Blickpunkt Lateinamerika (Adveniat)   
Dienstag, den 10. Januar 2017 um 00:00 Uhr

Obwohl es in den letzten Wochen immer wieder Berichte von Abtrünnigen und dem Überlaufen von Farc-Rebellen zu anderen bewaffneten Gruppierungen gegeben hat, schreitet der Prozess der Entwaffnung in Kolumbien voran. Zu Beginn dieser Woche begann die ehemals größte Guerilla des südamerikanischen Landes an der Grenze zu Ecuador ein temporäres Camp, zu errichten, in dem die Rebellen sich zur Abgabe ihrer Waffen einfinden werden.

Das Camp in Carmelitas ist das größte in Kolumbien und dort sollen vor allem die Mitglieder des so genannten "Bloque Sur" zusammenkommen. Diese Einheit der Guerilla galt in der Vergangenheit als die größte und als besonders in den internationalen Drogenhandel verwickelt. Rund 500 Ex-Kämpfer werden dort erwartet. "Die Guerilleros sind in Carmelitas eingetroffen, um ihren Teil des Friedensvertrags einzuhalten", twittere Ivan Márquez, eine der bedeutendsten Führungspersönlichkeiten der Farc. Márquez stand an der Spitze der Delegation, die den Frieden mit der kolumbianischen Regierung ausgehandelt hat.

Weiterer Anschlag der ELN

Im Gegensatz dazu ist die Lage zwischen der Nationalen Befreiungsfront (ELN), die zweitgrößte Guerilla Kolumbiens, und der Regierung weiterhin angespannt. Ende 2016 hatten die beiden Delegationen eine Wiederaufnahme der Sondierungsgespräche in Quito für den 12. Januar 2017 bekannt gegeben. Diese sollen anschließend in die lang erwarteten öffentlichen Friedensverhandlungen münden. Nun hat es am vergangenen Wochenende in Tame in der Provinz Arauca erneute Auseinandersetzungen zwischen Kämpfern der ELN und dem Militär geben. Dabei kam ein Soldat ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt. Am 1. Januar 2017 hatte die Regierung ihrerseits 20 Rebellen der Guerilla festgenommen.

Vor dem Hintergrund der erneuten Spannungen hat die ecuadorianische Regierung öffentlich betont, dass alles für den Beginn der Gespräche vorbereitet sei und die beiden Delegationen sich auf die volle Unterstützung Ecuadors verlassen können.(aj)

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